Alte Schäferei

Gerätemuseum des Coburger Landes

Die geschichte

Das Ensemble der Alten Schäferei liegt unweit des Schlosses Ahorn inmitten von Streuobstwiesen. Die barocke Anlage wurde im Jahr 1713 durch den damaligen Besitzer von Schloss und Rittergut in Ahorn, Georg Paul von Hendrich, als Gutsschäferei errichtet. Sie war auf den Betrieb mit ca. 500 Schafen im Winterbeschlag ausgerichtet.

Die Anfänge
Ein Schafhof in Ahorn ist seit dem 15. Jahrhundert belegt und war ursprünglich an einem anderen Standort am westlichen Dorfrand Ahorns angesiedelt. Bereits 1650 sollte nach einem im Schlossarchiv überlieferten Kostenvoranschlag für den auf Schloß Ahorn sitzenden Kommandanten der Plassenburg, Wolff Friedrich Muffel von Ermreuth, eine neue Schäferei errichtet werden, da die alte offensichtlich baufällig oder zumindest stark reparaturbedürftig war. Erst mehr als sechzig Jahre später war es nach der Katastrophe des Dreißigjährigen Krieges finanziell möglich, neue Gebäude zu errichten, die in diesem Zuge auch vom Standort her an den Fuß des Hühnerberges südlich außerhalb der Ortschaft verlegt wurden.

Schwierige Zeiten
Im Laufe des 19. Jahrhunderts verlor die Schäferei, bedingt durch die Strukturänderungen in der Landwirtschaft, im Allgemeinen zwar ihren betriebswirtschaftlichen Stellenwert innerhalb der Gutswirtschaft, dennoch hielt man auf Gut Ahorn, seit 1821 unter der Führung der Familie von Erffa, bis in das 20. Jahrhundert an der Gutsschäferei fest. Aber Ende der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde die Schafhaltung stark eingeschränkt, und sowohl Stallung als auch Wohnhaus und Nebengebäude gerieten immer mehr in Verfall.

Ein Museum zieht ein
Zur Rettung dieses im Coburger Land einmaligen Denkmals, der letzten von ursprünglich mehr als 24 großen Schäfereien im ehemaligen Herzogtum Coburg erhaltenen Gesamtanlage, trat seit dem Jahr 1970 der Förderverein Gerätemuseum des Coburger Landes auf den Plan: Dieser bemühte sich seit 1978 um die Sanierung der Schäferei und die Errichtung des Gerätemuseums, das heute aufgrund seiner umfangreichen Sammlungen als Volkskundemuseum für das ehemalige Herzogtum Coburg gelten kann. Seit 1986 werden Museum und Sammlung wissenschaftlich betreut. Mit der 1997 sanierten Doppelscheune verfügt das Museum über eine um ca. 500m² erweiterte Ausstellungsfläche, einen Sonderausstellungsraum und einen Mehrzweckraum, der vor allem zur Klassen- und Gruppenbetreuung dient, aber auch als Vortrags- und Seminarraum genutzt werden kann.

Weg in die Zukunft
Das Museum hat neben seiner Tätigkeit im Bereich Ausstellungen und Museumspädagogik auch die Aufgabe, ein Sacharchiv der Region zu sein. Dazu gehören das weitere Sammeln, Dokumentieren und Bewahren von Geräten und Gegenständen aus allen Bereichen des täglichen Lebens in der Region. Für die Zukunft stehen wesentliche Aufgaben ins Haus: Die Schaffung eines qualifizierten Zentraldepots, das die dauerhafte “Archivierung” der Sammlung garantiert, weitere Inventarisierungsarbeiten, um den gesamten Bestand mit EDV erfassen und verwalten zu können und daraus bei gleichzeitiger konservatorischer oder restauratorischer Betreuung der Museumsexponate weitere Konzeptgedanken für Dauer- und Sonderausstellungen zu entwickeln. Dazu wurde 2012 ein umfassendes Museumsentwicklungskonzept mit einem Leitbild des Museums erstellt.

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Museumswebsite gefördert durch:

Landesstelle für die nichtstaatlichen Mussen in Bayern
Bayerische Sparkassenstiftung